• Zugehört! Der Podcast des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr Podcast

    Zugehört! Der Podcast des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der BundeswehrDer dritte Weltkrieg: Wann, wo und wie?

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    In der neuen Zugehört-Folge werden unterschiedliche Kriegsbilder und Kriegserwartungen thematisiert. Oberst Dr. Wagner und Oberstleutnant Michael Gutzeit vom ZMSBw sprechen über imaginäre Kriegsvorstellungen in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Wie könnte ein neuer globaler Krieg verlaufen?

    Kriegsbilder aus Literatur, Wissenschaft und Film

    Krieg ist immer mit Bildern verbunden, den Kriegsbildern. Dabei sind die Kriegsbilder, sie definieren die technologische Dimension von Kriegen, mannigfaltig und veränderten sich permanent wie Kriegserwartungen. Die Erwartungen des Krieges beschäftigen sich mit politischen Konstellationen die zu Kriegen führen können. In dieser Folge sprechen wir darüber wie sich gestern, heute und morgen neue Kriege in technischen und politischen Verhältnissen vorgestellt wurden und werden.

    Der Präsident Russland, Wladimir Putin, drohte Westen in den vergangenen Jahren mit Nuklearwaffen und versetzte 2022 demonstrativ die Atomstreitkräfte Russlands in Alarmbereitschaft. Obwohl Atomstreitkräfte sich immer in Alarmbereitschaft befinden, sorgte die Kommunikation bei vielen Menschen für Ängste die längst als besiegt geglaubt wurden: Die Angst vor einem neuen Weltkrieg. Bei dieser Betrachtung stellt sich allerdings die Frage: Wie erkennen wir eigentlich ein Weltkrieg als solchen? Wann beginnt ein Weltkrieg? Wann ist es ein globaler Krieg?

    Black biology, Impulswaffen und hybride Kriegführung

    Im Gespräch diskutieren Oberst Dr. Wagner und Oberstleutnant Gutzeit Kriegsvorstellungen in Literatur, Film und Wissenschaft. Neben Thriller-Autoren wie Ken Follet und Tom Clancy kommen auch Blockbuster aus dem Feld von Science-Fiction zur Sprache, aber auch renommierte Wissenschaftler wie Carlo Masala. Interessant sind dabei nicht die die Vorstellungen zum Einsatz von atomaren wie chemischen Massenvernichtungswaffen, sondern auch vergleichsweise unbekannte Phänomene wie black biology oder elektromagnetische Impulswaffen. Zudem steht nicht ausschließlich die atomare Apokalypse im Zentrum, sondern auch konventionelle Großkriegsplanungen oder die hybride Kriegführung. Auch nicht zu vergessen ist das neue „C“: statt Chemie steht es für Cyberwarfare und Cyberattacken.

    Abgesehen von dieser Podcast-Folge wird die prognostizierte Form von möglichen Kriegen der Zukunft auch auf der diesjährigen 65. Internationale Tagung für Militärgeschichte (ITMG) in Berlin diskutiert.

    Gesprächspartner

    Oberst Dr. Armin Wagner ist unter anderem der ehemalige Direktor des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden und seit 2024 Leiter des Forschungsbereiches Sicherheitspolitik und Streitkräfte am ZMSBw. Er ist Autor von „Das ABC der Apokalypse. NATO-Offiziere erzählen den Dritten Weltkrieg.“

    Oberstleutnant Michael Gutzeit ist Leiter der Informationsarbeit, darunter fallen Verantwortung für Presse, Website und digitale Medien des ZMSBw.

    Zeitenwende in der Zivilverteidigung? Bevölkerungsschutz gestern und heute

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    Die militärische Landesverteidigung hat seit 2022 wieder politische Priorität, wie aber steht es um die Zivilverteidigung? Oberstleutnant Michael Gutzeit spricht dazu mit der Historikerin, Cornelia Juliane Grosse, die am ZMSBw zur Zivilverteidigung im Kalten Krieg forscht und dem sicherheitspolitischen Analysten und Berater, Ferdinand Gehringer.

    Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat die Zeitenwende die öffentliche Wahrnehmung wieder auf die Rolle der Bundeswehr in der Landes- und Bündnisverteidigung gelenkt. Zugleich ist auch die Zivilverteidigung, als zweiter Baustein der Gesamtverteidigung, erneut ins Blickfeld geraten. 

    Wirft man einen Blick zurück, so zeigen sich bereits früh parallele Entwicklungen. Mit der Aufstellung der Bundeswehr ab 1955 wurde auch der zivile Anteil der Verteidigung aufgebaut. Bis zum Ende des Kalten Krieges entstand so ein komplexes System der Gesamtverteidigung, das die Bundesrepublik bei einem Angriff des Warschauer Paktes umfänglich schützen sollte. Nach 1990/91 wurden diese Strukturen umfänglich abgebaut.

    Heute stellt sich angesichts einer veränderten Bedrohungslage die Frage, wie ein erneuertes Konzept der Gesamtverteidigung aussehen kann? Was kann man hierfür aus der Zeit des Kalten Krieges lernen und welche Rolle spielen hybride Bedrohungen? Welchen Platz nimmt die Bevölkerungen in den Planungen ein? 

    Im Podcast geht es um das Zusammenspiel aus historischer Erfahrung und aktueller Bedrohungslage. Es zeigt sich, dass vieles gar nicht so neu ist wie es scheint. Aber: Die Bundesrepublik ist, anders als im Kalten Krieg, kein unmittelbarer Frontstaat mehr und die hohe Zahl an hybriden Angriffen und Bedrohungen schafft eine neue Dimension von Komplexität. Wo steht unser Land also hinsichtlich der Planungen? Ist auch in der Zivilverteidigung eine Zeitenwende eingeleitet?

    Gesprächspartner

    Cornelia Juliane Grosse ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Bildung am ZMSBw. Sie ist Chefredakteurin der „Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung“ und verantwortliche Redakteurin der Buchreihe „Kriege der Moderne“. Sie forscht außerdem zur Zivilverteidigung, zur zivil-militärischen Zusammenarbeit sowie zur Militärgeschichte im Kalten Krieg.

    Ferdinand Gehringer arbeitet als selbstständiger sicherheitspolitischer Analyst und Autor. Auf nationaler und internationaler Ebene berät er zu Fragen der hybriden Bedrohungen, dem Schutz kritischer Infrastrukturen sowie zur Cyber- und Informationssicherheit an der Schnittstelle von Technologie, Regulierung und Geopolitik. Er ist Sachverständiger, entwickelt Sicherheitskonzepte, schreibt Analysen und berät den Deutschen Bundestag, Ministerien, das Europäische Parlament sowie internationale Partner.

    Oberstleutnant Michael Gutzeit  ist der Leiter der Informationsarbeit (LdI) und Pressesprecher des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam sowie für die Webseite und digitale Medien verantwortlich.

    Generation Z in Uniform. Wie werden Soldaten und Soldatinnen gemacht?

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    Die Personalzahl der Bundeswehr steigt und das Interesse am Soldatenberuf unter den jungen Menschen, aber passen sie zur Bundeswehr? Prof. Dr. Martin Elbe, Militärsoziologe am ZMSBw, und Oberstleutnant Michael Gutzeit sprechen über militärische Sozialisation junger Menschen.

    Rund 10.000 junge Menschen aus den Geburtsjahrgängen von 1995 bis 2010 starten in diesem Jahr mit dem freiwilligen neuen Wehrdienst. Es sind Menschen der so genannten Generation Z. Dieser Generation haftet beharrlich das Klischee an, mehr ichbezogen und hedonistisch, als gesellschaftsbezogen und verantwortungsbewusst zu sein. In vielen Veröffentlichungen wird daher diskutiert, ob die Lebenswelt junger Menschen in Deutschland heute überhaupt noch mit einem Wehrdienst der Bundeswehr zu vereinbaren ist.

    Beharrliche Vorurteile und konstruktive Wechselwirkungen

    Die militärsoziologische Forschung des ZMSBw belegt dagegen, dass die Generation Z und der Wehrdienst an sich keinen Widerspruch darstellen, sondern in einer konstruktiven Wechselwirkung stehen. In sozialwissenschaftlichen Studien, wie etwa in der „Bewerberstudie“ aus dem Jahr 2022, hat sich gezeigt, dass die junge Generation zuerst intrinsische Werte favorisiert. Motive wie der Wunsch dem Staat zu dienen, Wertekonformität und das Erleben von Herausforderungen im Dienst bei der Bundeswehr standen im Vordergrund. Auch der Fokus auf Familie, Freunde, Partnerschaft und auf ein gutes Gewissen im Hinblick auf das eigene Handeln sind traditionelle Werte, deren Hintergrund ein starker Gemeinschaftssinn ist. Wie weit also sind eine Generation Z und Bundeswehr wirklich voneinander entfernt? Die sozialwissenschaftliche Antwort ist: es gibt Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede.

    Gesprächspartner

    Prof. Dr. Martin Elbe ist Militärsoziologe am ZMSBw und forscht zu den Themen Personal, Organisation, Gewalt, Gesundheit und Sport. Er hat über 25 Jahre Lehrerfahrung als Professor und als Lehrbeauftragter an zahlreichen Hochschulen. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen dazu in im Bereich der Sozialpsychologie sowie Forschungsmethodologie.

    Oberstleutnant Michael Gutzeit ist der Leiter der Informationsarbeit (LdI) und Pressesprecher des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam sowie für die Webseite und digitale Medien verantwortlich.

    An und hinter der Front: Vergessene Soldatinnen

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    Frauen waren schon immer ein Teil der Militär- und Kriegsgeschichte. In welchem Maße sie „ihren Mann“ in den Kriegen Europas seit dem 16. Jahrhundert standen, darüber ist jetzt das Grundlagenbuch „Vergessene Soldatinnen“ erschienen. Oberstabsgefreiter Gerrit Reichert spricht mit der Autorin, der Historikerin Professor Dr. Karen Hagemann.

    Das allgemeine Abbild des Krieges ist männlich. Für den Zeitraum der Moderne, des 17. Jahrhunderts bis heute, gilt: der Archetyp des Soldatischen ist ein kämpfender Mann. Ob zu Pferd, zu Fuß, motorisiert, zu Wasser oder in der Luft, in der allgemeinen Erinnerungskultur hatten Frauen keinen Platz. Ausnahmen wie Jeanne d’Arc in Frankreich oder Friederike Krüger in Deutschland, nach der im vergangenen Jahr die Hindenburg-Kaserne in Münster umbenannt wurde, bestätigten nur als Ausnahmen diese Regel. Die historischen Fakten jedoch sprechen eine andere Sprache. Männer kämpften nie allein, sondern mit Frauen in ihrem Rücken, mitunter auch an ihrer Seite. Vom 17. Jahrhundert bis in das 20. Jahrhundert spannt sich ein Bogen, der Frauen in allen europäischen Armeen einen beachtlichen Anteil im militärischen Gefüge und eine permanent größer werdende Aufgabenfülle zuwies. Das bezog die Uniformierung, die militärische Unterstellung, die soldatische Entlohnung und zuweilen den Kampfeinsatz mit ein.

    Frauen an und hinter der Front

    So bewerkstelligten Frauen in den Trossen und Trains der europäischen Armeen des 17. und 18. Jahrhunderts das, was wir heute „Logistik“ nennen. Sie transportierten Material, schanzten oder organisierten die Feldküchen, was die Versorgung der Soldaten in der Kampflinie miteinbeziehen konnte. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt belegen Quellen, dass Frauen Uniformen ihrer jeweiligen Einheiten trugen und bei Einsätzen auf dem Schlachtfeld bewaffnet waren. Eine erste vollwertige, dabei nur kurzweilige Anerkennung als Soldatinnen erfuhren Frauen 1792 als offiziell titulierte „Femme Soldats“ während der französischen Revolution. Im 19. Jahrhundert wäre das sich seit dem Krimkrieg (1853–1856) rasant entwickelnde militärische Sanitätswesen ohne den massiven Einsatz von Frauen gar nicht denkbar gewesen. In den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts kamen Frauen als kämpfende Truppen zum Einsatz, in Russland und in der polnischen Heimatarmee, der Armia Krajowa. In allen anderen Armeen dienten Frauen im Fernmeldewesen, dem Sanitätswesen, der Verwaltung, der Logistik, der Luftabwehr, als Pilotinnen, Kraftfahrerinnen, Autoschlosserinnen, Schweißerinnen oder Mechanikerinnen, in mehr als 130 originär soldatischen Verwendungen.

    Bewusste Provokation  

    Mit dem Buchtitel „Vergessene Soldatinnen“ habe sie bewusst provozieren wollen, sagt Autorin und Gesprächspartnerin im Podcast Prof. Dr. Karen Hagemann. Der Titel wolle mit einer Denktradition brechen, die Frauen im militärischen Einsatz jahrhundertelang die Rolle als „Helferin“, nicht jedoch die der Soldatin zuspreche. Was aber unterschied zum Beispiel den Sanitätssoldaten am Krankenbett von der „Helferin“? Eigentlich nichts. Oder was die 160000 deutschen „Flakhelferinnen“ von den „Flaksoldaten“? Das Buch gibt die Antwort: ebenfalls nichts. Darum ist der Buchtitel nicht nur Provokation, sondern legitime Aussage zugleich.

    25 Jahre Frauen in der Bundeswehr: Das Kreil-Urteil

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    Seit Januar 2001 ist Frauen der Waffendienst erlaubt. Oberstabsgefreiter Gerrit Reichert spricht mit Zeitzeuginnen der ersten Stunde, Stabsfeldwebel Annett Selzer vom Logistikkommando der Bundeswehr in Erfurt und Hauptmann a.D. Sandy Kirchner, sowie Hauptmann Nils Birk vom ZMSBw über das Kreil-Urteil, das die Bundeswehr veränderte.

Marita – die Eroberung des Balkans 1941

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Am 6. April 1941 überfiel die Wehrmacht Jugoslawien und Griechenland. In gerade einmal … Wochen gelang es ihr, beide Länder zu erobern. Die deutsche Besatzung dauerte bis 1945 an. Dabei war dieser feldzug so nicht geplant und zeitlich eher ein Vorspiel zum Überfall auf die Sowjetunion. In dieser Folge des Podcasts erklärt Oberstleutnant Chris Helmecke die Hintergründe dieses Feldzuges, der mehr als ein „Zwischenspiels auf dem Balkan“ war. Das Gespräch führt Oberstleutnant Dr. Heiner Möllers.

Auf www.zmsbw.de finden Sie Literaturhinweise und Karten zum Podcast.

Minensucher im Persischen Golf 1991

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Deutsche Minensucher räumten nach dem 2. Golfkrieg 1991 im Persischen Golf in einer internationalen Koalition diejenigen Minen, die die irakischen Streitkräfte vor dem Krieg dort verlegt hatten. Dieser erste Einsatz deutscher Streitkräfte außerhalb des NATO-Bündnisgebietes nach der Deutschen Einheit war fraglos ein humanitäre Hilfeleistung mit UN-Mandat. Dennoch gab es in der Bundesregierung Vorbehalte gegen diesen Einsatz: Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher lehnte ihn ab, während Bundeskanzler Helmut Kohl ihn auch als Zeichen gewachsener internationaler Verantwortung des vereinten Deutschlands sah.

Bemerkenswert ist dazu, dass deutsche Minensucher bereits ab 1987 im Mittelmeer im Einsatz waren – infolge der zunehmenden Krisen in der Golfregion und als Entlastung für andere NATO-Partner, die bereits damals im Persischen Golf aktiv waren.

Kapitän zur See Dr. Jörg Hillman spricht mit Fregattenkapitän Dr. Christian Jentzsch zu diesem spannenden Thema der militärisch-maritimen Zeitgeschichte. Dr. Jentzsch forscht am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr zur Geschichte der Bundesmarine und besonders zur Marine im Umbruch zwischen 1985 und 1995.

Bevölkerungsbefragungen zur Bundeswehr

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Die Bevölkerungsumfrage des ZMSBw ist die längste und umfassendste Studienreihe in Deutschland zu sicherheits- und verteidigungspolitischen Fragen. Sie wird jedes Jahr im Auftrag des Bundesministeriums der Verteidigung durchgeführt und umfasst beispielsweise Themenbereiche wie Sicherheits- und Bedrohungswahrnehmungen, Einstellungen zum außen- und sicherheitspolitischen Engagement Deutschlands, Haltungen der Bürgerinnen und Bürger zur Bundeswehr, die Wahrnehmung der Bundeswehr in der Öffentlichkeit sowie Einstellungen zu den Aufgabenbereichen der Bundeswehr und den Auslandseinsätzen.

In dieser Folge des Podcasts spricht Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann mit Dr. Markus Steinbrecher über die methodischen Herausforderungen bei der Durchführung der Bevölkerungsbefragung und ausgewählte zentrale Ergebnisse.

Innere Führung

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Die Innere Führung wird oft als „Betriebsphilosophie“ der Bundeswehr bezeichnet und dabei oft auch missverstanden. Sie definiert die Stellung des Soldaten in der Demokratie. Damit definiert sie auch den Werterahmen, den inneren Kompass, in und mit dem ein Soldat oder eine Soldatin ihren Dienst versehen soll.
Angelehnt an das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland – sozusagen als der Wertekanon, der unveränderbar das Große und Ganze bestimmt – sind in der Konzeption der Inneren Führung die Soldatenpflichten definiert. Natürlich gibt es das für die Bundeswehr auch in Vorschriftenform, beintaschenfreundlich zum ständigen Mitführen geeignet.
Richtig verstandene Innere Führung hat aber nichts mit „weicher Welle“ oder „Innerem Gewürge“ – wie sie früher oft verschmäht wurde – zu tun. Sie muss für uns in der Bundeswehr eine Selbstverständlichkeit sein. Sie muss gelebt werden und jeder in der Bundeswehr muss sie kennen und verinnerlichen, damit sie gelebt werden kann.
Eines muss man allerdings immer wieder feststellen: Die Innere Führung ist einzigartig in unseren Streitkräften. Viele andere Armeen beneiden uns deswegen. Die Bundeswehr hat mit der Inneren Führung und dem Leitbild des „Staatsbürgers in Uniform“ etwas, das unvergleichbar ist und bleibt.
In der 17. Folge unseres Podcast diskutieren die Sozialwissenschaftlerin Dr. Meike Wanner, und der Theologe Dr. Markus Thurau mit Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann über das, was die Innere Führung ist, was sie bedeutet und ausmacht.
Um eines vorwegzunehmen: Innere Führung ist nicht nur für Vorgesetzte da! Selbst wenn sie manchmal für die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr komplex und kompliziert erscheinen mag, ist sie im Kern einfach zu verstehen.

Kriegstote und Erinnerungsarbeit

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Millionen toter Soldaten haben ihre letzte Ruhe auf Kriegsgräberfriedhöfen im Ausland gefunden. So sind auch Millionen deutsche Soldaten in Frankreich, in Russland oder in anderen Staaten, in denen Deutschland Kriege geführt hat, beigesetzt worden. Vielfach wurden und werden sie Jahre oder Jahrzehnte nach den Kriegen aus provisorischen Begräbnisstätten auf einen Soldatenfriedhof überführt und dort würdevoll beigesetzt. Dies hat nicht zuletzt auch für die Angehörigen eine große Bedeutung, die wissen wollen, wo ihr Vater oder Sohn, ihr Bruder oder Onkel, wo also ihre Verwandten ihre letzte Ruhe gefunden haben.
Insbesondere nach der Zeitenwende 1989/90 wurde es zunehmend möglich, Kriegsgräberstätten in den osteuropäischen Staaten und den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion zu errichten. Eine große Bedeutung kommt dabei dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.eingetragener Verein zu: Er kümmert sich um die Bewahrung und würdewahrende Instandhaltung dieser Friedhöfe. Vielfach kann er dieses mit Freiwilligen leisten, die sich zur Gräberpflege bereiterklären. Neben Jungendgruppen sind darunter auch immer wieder Soldaten der Bundeswehr. Vor allem aber sorgt der Volksbund dafür, dass zwischenzeitlich aufgefundene sterbliche Überreste toter Soldaten auf eine Kriegsgräberstätte umgebettet werden.
Der Volksbund hat eine lange Geschichte und 2019 sein 100-jähriges Bestehen mit einem Festakt im Auswärtigen Amt begangen. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg nahm er sich der Aufgabe an, die vielen Vereine, die sich um Soldatengräber kümmerten, zusammenzuführen und die für diese große Aufgabe notwendige Organisation zu schaffen. Dies war nicht zuletzt gerade wegen der zahlreichen Grabstätten im Ausland notwendig.
Den meisten Bundesbürgern dürfte der Volksbund am ehesten im Zusammenhang mit dem Volkstrauertag bekannt sein. Der Volkstrauertag wird als zentraler Gedenktag der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft erst seit 1952 zwei Wochen vor dem 1. Adventssonntag begangen. In diesem Jahr am 15. November.
Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann spricht im 15. Podcast zum Volksbund und seiner Geschichte, zum Volkstrauertag und der vielfältigen Bildungsarbeit mit Maximilian Fügen M.A. Der 30-jährige studierte Historiker und Reserveoffizier der Luftwaffe ist Bildungsreferent des Landesverbandes Bayern im Volksbund.

Operation Mondscheinsonate

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In der „Luftschlacht um England“, oder wie es richtigerweise heißen muss in der „Battle of Britain“ hat der Luftangriff auf Coventry eine besondere Bedeutung. Nach den Angriffen auf London sowie einiger Gegenangriffe der Royal Air Force markiert diese Operation eine Zäsur im Krieg: Nunmehr ging die deutsche Luftwaffe auch gegen Städte vor, die nicht in bisherige Kriegshandlungen einbezogen war. Der Schritt zum unterschiedslosen Bombenkrieg, der später auch viele deutsche Städte treffen sollte, war vollzogen. Mehr als 500 Menschen starben bei den Angriffen, die mehr als 12 Stunden dauerten. Über 4.000 Häuser wurden zerstört und unwiederbringliche Kunst- und Kulturschätze gingen verloren, nicht zuletzt die St. Michael`s Cathedral. Sie war im 15. Jahrhundert als gotische Pfarrkirche fertiggestellt worden.
Ungeachtet der verheerenden Zerstörung der mittelalterlichen Innenstadt von Coventry und der langfristigen Kriegsfolgen ging von dieser Stadt mit der „Nagelkreuzbewegung“ eine einzigartige Versöhnungsbewegung aus. Mittlerweile sind Hunderte Städte in ihr zusammengeschlossen, die durch den Bombenkrieg besonders getroffen und gezeichnet wurden; in Deutschland neben Dresden unter anderem auch Hamburg, Würzburg, Pforzheim, Berlin und nicht zuletzt die im teilweisen Wiederaufbau befindliche Garnisonkirche Potsdam.
Bemerkenswert an dieser Bewegung ist noch heute, dass bereits wenige Tage nach dem Angriff der Domprobst der Kathedrale St. Michael in Coventry, Richard Howard, zur Versöhnung aufrief. Diesem Aufruf folgte dann nach dem Ende des Krieges die Versöhnungsarbeit von Angesicht zu Angesicht.
Der Deckname „Operation Mondscheinsonate“ für den Angriff auf Coventry, hat allerdings nichts mit seinem Komponisten, Ludwig van Beethoven, zu tun – dessen diesjähriges Gedenkjahr angesichts der Pandemie glücklicherweise bis zum September 2021 verlängert wurde. Vielmehr haben die deutschen Planer scheinbar bevorzugt die deutsche Kultur und Geschichte (Wotan) als Decknamensreservoir für sich entdeckt und verwendet. Die Royal Air Force verwandte zeitweilig biblische Bezeichnungen (Gomorrha, Millenium) und später dann Namen von Fischen (Crayfish, Yellow Thuna) verwandte.
Über das Ereignis und die Hintergründe der Unternehmung und dessen bedeutungsmächtigen Folgen für die daraus unerwartet resultierende Versöhnungsarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg spricht Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann mit Oberstleutnant Dr. Harald Fritz Potempa, Historiker und Luftkriegsexperte im ZMSBw.

Eine Kfz-Halle in Bonn

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Als am 12. November 1955 die ersten 101 Freiwilligen der neuen westdeutschen Streitkräfte ihre Ernennungsurkunden erhielten, mündete eine langjährige Konzeptions- und Planungsphase in den konkreten Aufbau der Bundeswehr.
Erste Maßnahmen reichen bis in das Jahr 1947 zurück und nehmen ab Herbst 1949 Gestalt an. Ab diesem Zeitpunkt verbanden sich der politische Wille Konrad Adenauers mit dem Angebot ehemaliger Offiziere um Dr. Hans Speidel und Adolf Heusinger, der jungen Bundesrepublik Streitkräfte zu schaffen, um sich vom Objekt zum Subjekt internationaler Politik wandeln zu können. Seit 1949/50 hatten verschiedene Personen und Personengruppen selbständig oder im Auftrag der künftigen Alliierten begonnen, über einen westdeutschen Verteidigungsbeitrag nachzudenken, nicht zuletzt Bundeskanzler Konrad Adenauer. Für ihn waren Streitkräfte unverzichtbarer Bestandteil eines souveränen Staates.
Mehr als fünf Jahre sollte es allerdings noch dauern, bis diese erste Phase abgeschlossen werden konnte. Dazwischen lagen die Erstellung zentraler Konzeptionspapiere wie der Besprechungsplan oder der Augustdenkschrift, die Experten-Tagung im Kloster Himmerod, die langjährigen Verhandlungen um die letztlich gescheiterte Europäische Verteidigungsgemeinschaft und die Aufnahme der jungen Bundesrepublik Deutschland in die NATO im Mai 1955.
Mit der Ernennung der ersten Soldaten sollte – jedoch nicht sofort – die Aufstellungsphase beginnen. Ab dem 2. Januar wurden die ersten Verbände, Schulen und Kommandos aufgestellt. Mit der Einführung der Wehrpflicht ab dem 1. April 1957 wuchsen die Streitkräfte, die seit 1956 „Bundeswehr“ hießen, rasant an. Doch die Zusage an die NATO, in vier Jahren 500.000 Soldaten dem Bündnis bereit zu stellen, konnte nicht eingehalten werden. Erst Ende der 1960er Jahre erreichte die Bundeswehr annähernd diese Marke.
Im Übrigen erfolgte die Ernennung der ersten Freiwilligen an einem historischen Tag, dem 200. Geburtstag des preußischen Heeresreformers Generalleutnant Gerhard Johann David von Scharnhorst. Dieser ursprünglich hannoversche Offizier hatte nach 1806 und bis zum seinem Tod 1813 Grundlagen für eine Reform der preußischen Armee gelegt. Dazu zählte z.B. die Öffnung des Offizierkorps für Bürgerliche, die Forderung nach einem hohen Bildungsniveau und nicht zuletzt auch die 1814 eingeführte Allgemeine Wehrpflicht. Zu ihr hatte Scharnhorst festgestellt: „Alle Bürger des Staates sind geborene Verteidiger desselben.“
Im 14. Podcast des ZMSBw spricht Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann mit den beiden Historikern und Oberstleutnanten Dr. Thorsten Loch (Heer) und Dr. Heiner Möllers (Luftwaffe) über die schwierige Gründung der Bundeswehr als Armee im Bündnis.

Eine Kirche in der Geschichte

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Die Garnisonkirche in Potsdam war eine der bedeutendsten barocken Kirchen Norddeutschlands. Das zwischen 1730 und 1735 errichtete Gotteshaus wurde als Simultankirche für eine überwiegend lutherische Militär- und eine reformierte Hof- und Zivilgemeinde genutzt. Das Kirchenschiff hatte dabei bis zu 4.000 Sitzplätze!
Friedrich der Große und dessen Vater der „Soldatenkönig“ fanden hier ihre letzte Ruhe bis zum Abtransport der Särge vor Kriegsende.
Die Kirche fiel zum Ende des Zweiten Weltkrieges dem Bombenangriff auf Potsdam am 14. April 1945 zum Opfer und wurde schwer beschädigt, wenn auch nicht gänzlich zerstört. Seine Ruine ließ der DDR-Staat 1968 sprengen, obwohl sie zwischenzeitlich schon wieder für Gottesdienste genutzt worden war.
Seit 2005 erfolgt der Wiederaufbau des Turmes. Im Gegensatz zur Frauenkirche in Dresden, deren Aufbau als eine nationale Aufgabe verstanden wurde, ist der Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche umstrittenen: Hier hatte Adolf Hitler am „Tag von Potsdam“ den bildlichen Schulterschluss mit den alten preußischen Eliten vollbracht – wenn man den Bildern glauben will. Allein dieser Augenblick, der als Bild in Schulbüchern weithin bekannt zu sein scheint, befeuert eine kontroverse Debatte.
Das ZMSBw widmet seinen neuesten Podcast diesem Teil der Potsdamer Stadtgeschichte.
Mit Oberleutnant Helene Heldt und Oberstleutnant Dr. John Zimmermann spricht Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann im 13. Podcast des ZMSBw über die historische Garnisonkirche, ihre Bedeutung für die Stadt und sein Militär, wie auch den Tag von Potsdam im März 1933.
Mit Wieland Eschenburg und Oberkirchenrat Martin Vogel (beide Stiftung Garnisonkirche) spricht er danach über die heutige Bedeutung der Garnisonkirche und ihre Rolle in der Versöhnungsarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg, auch im Rahmen der Nagelkreuzorganisation.

Wiedervereinigung und Streitkräfte

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Am 3. Oktober 1990 trat die DDR dem Geltungsbereich des Grundgesetzes und damit der Bundesrepublik Deutschland bei. Für die Nationale Volksarmee der ehemaligen DDR (NVA) bedeutete dies, dass sie am 2. Oktober 1990 um 24 Uhr aufgehört hatte zu bestehen. Ihre Soldaten trugen bis dahin die Uniformen der NVA und danach das bundeswehreinheitliche „Gelboliv“ mit dem noch ungewohnten Barett.
Am 3. Oktober 1990 übernahm das für wenige Monate bestehende Bundeswehrkommando Ost unter der Führung von Generalleutnant Jörg Schönbohm die Auflösung der NVA, ihrer Kasernen und riesigen Material- und Munitionsbestände.
Gleichzeitig aber begann für Angehörige der ehemaligen NVA, die anfänglich als Soldat auf Zeit für zwei Jahre (SaZ) in die Bundeswehr übernommen wurden, ein neuer Lebensabschnitt mit vielen Unbekannten: Wenn sie sich in der Bundeswehr bewähren würden, und die gleichzeitig einsetzende umfassende Reduzierung der Streitkräfte des nunmehr vereinten Deutschlands für sie einen Platz haben würde, könnten sie später Berufssoldaten werden.
Die Bundeswehr besaß am Vorabend der Deutschen Einheit rund 495.000 Soldaten. Mit den von der NVA hinzugekommenen waren es rund 570.000 Soldaten. Nach den internationalen Verträgen zur konventionellen Abrüstung in Europa sollte sie später nur noch 370.000 Soldaten umfassen.
Kapitän zur See Dr. Jörg Hillmann spricht im 12. Podcast des ZMSBw mit Wiss. Direktorin PD Dr. Nina Leonhard und Leitenden Wiss. Direktor Dr. Rüdiger Wenzke. Beide haben den Weg zur Einheit von unterschiedlichen Seiten der Grenze erlebt und sich danach intensiv mit der Auflösung der NVA und der Frage befasst, was aus den Menschen wurde.